Tragen in den Naturvölkern

In den westlichen Gesellschaften fallen Eltern insbesondere dadurch auf, dass sie am Anfang nur wenig Ahnung haben. Wenn ein Baby auf die Welt kommt, so muss meist zuerst eine Hebamme erklären wie man ein Neugeborenes hält. Warum ist das so? Eltern in der westlichen Welt haben kaum Gelegenheit sich abzuschauen wie man mit Kindern umgeht. Meist wohnen Kinder im eigenen Freundes- und Verwandtenkreis weit entfernt und man sieht sie nicht täglich. Die meisten Kinder dieser Welt leben jedoch unter ganz anderen Voraussetzungen. In anderen Gesellschaften werden Kinder ganz anders behandelt.


betrachtet man sich die heute noch existierenden Naturvölker, so unterschieiden sich deren Lebensweisen sehr stark von denen in der westlichen Welt. Die Kinder wachsen dort besonders artgerecht auf. Das Tragen, das Stillen nach Bedarf, Windelfrei, Familienbett und kindgeleitetes Abstillen sind dort normal und mittlerweile werden diese Methoden in der westlichen Welt auch immer beliebter.

Bei dem Volk der !Kung ist die Beziehung zwischen Müttern und Babys sehr eng. Ein Baby wird dort hauptsächlich Von der Mutter in einem Sling getragen und hat konstanten Haut-Kontakt mit ihr. Wann immer ein Baby weint, bekommt es die Brust. auch wenn es keinen Hunger hat. Die Babys trinken durchschnittlich drei bis vier Mal pro Stunde für wenige Minuten. tatsä ist der Abstand zwischen zwei Stillmahlzeiten nie größer als eine Stunde. Auch nachts wird das Baby häufig gestillt, ganz unkompliziert im Familienbett. obwohl die Babys dauerhaft mit ihren Müttern zusammen sind,sind die Mütter dennoch nie alleine. Die !Kung leben in Camps. Wenn ein Baby beispielswesie weint, so versucht nicht nur die Mutter das Baby zu trösten, sondern jede Person des Camps kann dies übernehmen. Auch die Väter kümmern sich intensiv um ihre Babys. In der westlichen Welt hingegen fühlen sich Mütter oft alleine gelassen.


Bei den !Kung reagieren die Mütter sofort auf die Bedürfnisse ihrer Babys. Auf jedes Weinen oder Quengeln gehen die Mütter sofort ein. Darüber hinaus haben die Kinder dort eine Ja-Ungebung. Sie dürfen alles anfassen und dürfen sich - sobald sie es können - sich jederzeit von der Mutter entfernen und ihre Umgebung entdecken. wenn die babys zu Kleinkindern werden, so verlassen sie den mütterlichen Schoß Stück für Stück und wachsen in eine Kindergruppe hinein. In dieser Spielgruppe sind Mädchen und Jungen jeden Alters gemischt. wenn die Kinder ca. 3 bis 4 Jahre alt sind, so ist dieser Abnabelungsprozess abgeschlossen und die Kinder sind vollständig in der Kindergruppe integriert. Um diese Zeit stillen sich die Kinder auch selbstständig ab und die Mutter wird erneut schwanger. In der Kindergruppe kümmern sich die größeren Kinder um die Kleineren.


Die Kinder dort wachsen ganz anders auf als die Kinder in der westlichen Welt. Durch den Blick auf andere Kulturen können wir unseren Umgang mit unseren Babys hinterfragen. Und wir können aus unserer Kultur - und auch aus Kulturen der Naturvölker das beste für unsere Kinder übernehmen.


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